Kurz zusammengefasst
- Kriterien übersetzen deine Frage in überprüfbare Auswahlentscheidungen.
- Definiere sie vor der Hauptsichtung und teste sie an wenigen Treffern.
- Dokumentiere Volltextausschlüsse und spätere Regeländerungen.
Welche Quellen gehören in deinen Review?
Ein- und Ausschlusskriterien legen fest, welche Veröffentlichungen deine Forschungsfrage beantworten können. Sie betreffen beispielsweise Untersuchungsgruppe, Gegenstand, Kontext, Studiendesign, Publikationsart oder Zeitraum. Formuliere sie so, dass du bei einem konkreten Text eine begründete Entscheidung treffen kannst.
„Passende Studien“ ist kein prüfbares Kriterium. „Empirische Studien zu schriftlichem Peer-Feedback in grundständigen Hochschulstudiengängen“ ist genauer. Begründe jede Eingrenzung inhaltlich oder praktisch. Ein bequem zugänglicher Volltext ist nicht automatisch wissenschaftlich geeigneter als ein schwer beschaffbarer.
Eigenes Beispiel für klare Auswahlregeln
Angenommen, dein Review untersucht Erfahrungen mit schriftlichem Peer-Feedback. Du schließt Studien ein, in denen Studierende einander schriftliche Rückmeldungen zu Studienleistungen geben. Reines Lehrendenfeedback fällt nicht darunter. Bei gemischten Gruppen muss erkennbar sein, ob relevante Ergebnisse getrennt auswertbar sind.
Definiere auch Grenzfälle: Zählt Feedback in einem Chat? Was gilt bei kombinierten mündlichen und schriftlichen Rückmeldungen? Solche Entscheidungen müssen zur Forschungsfrage passen. Halte Beispiele für Ein- und Ausschlüsse in einem kurzen Regelblatt fest, bevor die Hauptsichtung beginnt.
Titel, Abstract und Volltext stufenweise prüfen
Entferne zunächst Dubletten. Prüfe danach Titel und Abstract auf erkennbare Eignung. Wenn wichtige Angaben fehlen, ist „unklar – Volltext prüfen“ oft genauer als ein vorschneller Ausschluss. Ein kurzer Abstract kann eine passende Studie unzureichend beschreiben.
Entscheide im Volltext anhand derselben Regeln und notiere für ausgeschlossene Texte einen konkreten Hauptgrund. Trenne außerdem nicht beschaffte Volltexte von inhaltlich ausgeschlossenen Quellen. Eine Publikation nicht zu bekommen ist eine andere Grenze als ihre fehlende Eignung.
Teste das Verfahren an einer kleinen, gemischten Auswahl. Wenn du Regeln präzisierst, prüfe bereits gesichtete Texte erneut. Die Präzisierung soll Unklarheit beheben, nicht nachträglich nur Ergebnisse zulassen, die zur gewünschten Schlussfolgerung passen.
Den Auswahlweg nachvollziehbar berichten
Führe eine Übersicht mit Kennung, Sichtungsstufe, Entscheidung und Ausschlussgrund. Verknüpfe mehrere Veröffentlichungen derselben Studie, statt sie unbemerkt als unabhängige Untersuchungen zu zählen. Beschreibe, wer gesichtet hat und wie Zweifelsfälle gelöst wurden.
Die PRISMA-Flussdiagramme unterscheiden Schritte von der Identifikation bis zum Einschluss. Sie können bei passenden Reviewdesigns die Darstellung unterstützen. Deine Zahlen müssen aus den tatsächlichen Aufzeichnungen entstehen; ein optisch stimmiges Diagramm ersetzt kein konsistentes Screeningprotokoll.
Einordnung für die finale Abgabe
Viele formale Themen wirken zunächst wie reine Schreibarbeit. Für die gedruckte Abgabe sind sie aber genauso wichtig: Was im Dokument fehlt, falsch platziert ist oder uneinheitlich formatiert wurde, erscheint später auch in der gebundenen Fassung.
Nutze den Beitrag deshalb nicht isoliert, sondern prüfe ihn zusammen mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, Quellenangaben und Anhang. Erst wenn die Datei vollständig ist, sollte sie als finale PDF für Druck und Bindung vorbereitet werden.
Praktische Kontrolle vor dem PDF-Export
- Stimmen Überschriften, Kapitelstruktur und Seitenzahlen?
- Sind Quellen, Abbildungen und Tabellen vollständig eingebunden?
- Sind Pflichtbestandteile wie Erklärung, Anhang oder Deckblatt enthalten, falls gefordert?
- Wurde die finale PDF-Datei nach dem Export noch einmal geöffnet und geprüft?
Checkliste
- Kriterien folgen aus der Forschungsfrage.
- Grenzfälle sind mit Beispielen erläutert.
- Unklare Abstracts erhalten eine Volltextprüfung.
- Volltextausschlüsse haben konkrete Gründe.
- Regeländerungen und erneute Prüfungen sind festgehalten.
Typische Fehler
- Auswahlregeln erst nach dem Lesen aller Ergebnisse festlegen.
- Fehlenden Volltext als inhaltliche Ungeeignetheit zählen.
- Mehrere Publikationen derselben Studie als unabhängige Evidenz behandeln.
Deine fertige Arbeit drucken und binden
Wenn Inhalt und finale PDF geprüft sind, kannst du die Druckausführung passend zu deinen Abgabevorgaben konfigurieren.
Druck und Bindung konfigurierenWeiterführende Inhalte
Vertiefe passende Themen zu Aufbau, Quellenarbeit, Formatierung und Abgabe deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Häufige Fragen
Darf ich nur deutsch- und englischsprachige Studien verwenden?
Eine Sprachbegrenzung kann im Studienrahmen notwendig sein. Begründe sie als Einschränkung und beschreibe, dass dadurch relevante Forschung fehlen kann. Sie ist kein allgemeines Qualitätskriterium.
Kann ich die Kriterien später ändern?
Begründete Anpassungen sind möglich. Dokumentiere Zeitpunkt, Anlass und Auswirkung und wende die geänderte Regel konsistent auch auf bereits geprüfte Quellen an.
Muss jeder Abstract-Ausschluss einzeln erklärt werden?
Das hängt vom Reviewstandard ab. Eine nachvollziehbare interne Dokumentation hilft in jedem Fall. Für Volltextausschlüsse sind konkrete Gründe besonders wichtig, weil diese Quellen die nähere Auswahl erreicht haben.
