Kurz zusammengefasst
- Eine Paraphrase verändert die Formulierung, nicht die belegte Aussage.
- Auch sinngemäß übernommene Gedanken brauchen einen Beleg.
- Prüfe besonders Einschränkungen, Bezugsgruppen und Kausalität.
Was macht eine gute Paraphrase aus?
Eine Paraphrase gibt eine fremde Aussage in einer eigenständigen sprachlichen Form wieder. Du wählst sie, wenn der Inhalt für deine Argumentation wichtig ist, aber nicht der genaue Wortlaut. Dabei darfst du die Aussage verkürzen, solange ihr Sinn und ihre wesentlichen Einschränkungen erhalten bleiben.
Ein paar ausgetauschte Wörter reichen dafür nicht. Die Schreibberatung der University of Wisconsin–Madison unterscheidet eigenständige Wiedergabe von einer zu engen Übernahme der sprachlichen Struktur. Der Quellenbeleg bleibt auch bei einer gelungenen Paraphrase erforderlich.
Vom Verständnis zur eigenen Formulierung
Lies den relevanten Abschnitt mit seinem Kontext. Notiere anschließend ohne Blick auf den Originalsatz: Was wird behauptet, auf welcher Grundlage und mit welcher Grenze? Schreibe dann die Aussage passend zu deiner eigenen Argumentation. Vergleiche erst danach wieder mit der Quelle.
Achte beim Vergleich auf kleine Wörter mit großer Wirkung. Aus „kann“ darf nicht „führt zu“ werden. Aus einer Beobachtung in einer bestimmten Gruppe darf keine Aussage über alle Studierenden entstehen. Fachbegriffe musst du dagegen nicht durch ungenaue Synonyme ersetzen, nur damit der Text anders aussieht.
Eigenes Beispiel: Aussage präzise erhalten
Erfundener Ausgangssatz für diese Übung: „In den ausgewerteten Interviews berichteten vor allem Teilnehmende ohne vorherige Plattformerfahrung von Schwierigkeiten bei der ersten Anmeldung.“ Eine passende Paraphrase wäre: „Probleme beim erstmaligen Zugang wurden in dieser Interviewauswertung insbesondere von Personen beschrieben, die die Plattform zuvor nicht genutzt hatten.“
Unpassend wäre: „Unerfahrene Nutzer können sich auf Lernplattformen nicht anmelden.“ Diese Fassung verallgemeinert den Befund, entfernt die Datengrundlage und macht aus berichteten Schwierigkeiten eine absolute Unfähigkeit. Das Problem ist hier nicht nur die Sprache, sondern eine veränderte Aussage.
Das Beispiel ist selbst erstellt und kein Forschungsbefund. In deiner Arbeit ergänzt du den tatsächlichen Quellenbeleg. Nutze eine Fundstelle, wenn dein Zitierstil sie verlangt oder wenn sie das Auffinden der konkreten Passage erleichtert.
Quelle und eigene Einordnung auseinanderhalten
Mache erkennbar, wo die Wiedergabe endet und deine Interpretation beginnt. Du kannst zunächst den Befund mit Beleg darstellen und anschließend erklären, welche Bedeutung er für deine Frage hat. Ein einzelner Beleg am Ende eines langen Absatzes lässt diese Zuordnung oft offen.
Wenn mehrere Quellen denselben Gedanken stützen, vergleiche ihre Aussagen vor dem gemeinsamen Beleg. Stimmen Gruppe, Kontext und Ergebnis tatsächlich überein? Eine Sammelzitation sollte eine nachvollziehbare Synthese stützen und keine Unterschiede verdecken.
Einordnung für die finale Abgabe
Viele formale Themen wirken zunächst wie reine Schreibarbeit. Für die gedruckte Abgabe sind sie aber genauso wichtig: Was im Dokument fehlt, falsch platziert ist oder uneinheitlich formatiert wurde, erscheint später auch in der gebundenen Fassung.
Nutze den Beitrag deshalb nicht isoliert, sondern prüfe ihn zusammen mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, Quellenangaben und Anhang. Erst wenn die Datei vollständig ist, sollte sie als finale PDF für Druck und Bindung vorbereitet werden.
Praktische Kontrolle vor dem PDF-Export
- Stimmen Überschriften, Kapitelstruktur und Seitenzahlen?
- Sind Quellen, Abbildungen und Tabellen vollständig eingebunden?
- Sind Pflichtbestandteile wie Erklärung, Anhang oder Deckblatt enthalten, falls gefordert?
- Wurde die finale PDF-Datei nach dem Export noch einmal geöffnet und geprüft?
Checkliste
- Die Aussage wurde im Kontext verstanden.
- Die Formulierung entstand mit eigenem Satzbau.
- Einschränkungen und Bezugsgruppe bleiben erhalten.
- Der Quellenbeleg ist eindeutig zugeordnet.
- Eigene Interpretation ist als solche erkennbar.
Typische Fehler
- Nur einzelne Wörter durch Synonyme ersetzen.
- Eine vorsichtige Aussage zu einer sicheren Behauptung machen.
- Den Beleg weglassen, weil die Formulierung selbst geschrieben ist.
Deine fertige Arbeit drucken und binden
Wenn Inhalt und finale PDF geprüft sind, kannst du die Druckausführung passend zu deinen Abgabevorgaben konfigurieren.
Druck und Bindung konfigurierenWeiterführende Inhalte
Vertiefe passende Themen zu Aufbau, Quellenarbeit, Formatierung und Abgabe deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Häufige Fragen
Brauche ich bei einer Paraphrase eine Seitenzahl?
Das richtet sich nach Zitierstil und Hochschulvorgaben. Eine genaue Fundstelle kann auch dann hilfreich sein, wenn sie nicht zwingend vorgeschrieben ist, besonders bei langen Büchern oder sehr konkreten Aussagen.
Darf ich Fachbegriffe unverändert übernehmen?
Ja, etablierte Fachbegriffe sollten präzise bleiben. Eine auffällige, eigenständige Formulierung der Quelle kann dagegen ein direktes Zitat erfordern. Entscheidend ist nicht eine bestimmte Zahl ausgetauschter Wörter.
Ist eine Übersetzung schon eine Paraphrase?
Nicht automatisch. Eine enge Übersetzung übernimmt weiterhin Wortlaut und Struktur in einer anderen Sprache. Kennzeichne Übersetzungen nach deinem Zitierstil und belege die ursprüngliche Quelle.
