Kurz zusammengefasst
- Erzeuge das Verzeichnis aus Word-Beschriftungen, statt Bildnummern und Seitenzahlen von Hand einzutragen.
- Prüfe im Hochschulleitfaden, welche Verzeichnisse, Quellenangaben und Nummerierungen verlangt werden.
- Aktualisiere nach Änderungen zuerst die Beschriftungen und danach das gesamte Abbildungsverzeichnis.
- Kontrolliere Verweise und Seitenzahlen abschließend in der exportierten PDF.
Was gehört in ein Abbildungsverzeichnis?
Ein Abbildungsverzeichnis hilft Lesenden, Grafiken, Diagramme und andere Abbildungen in deiner Bachelorarbeit wiederzufinden. Ein Eintrag verbindet die Abbildungsnummer mit einer aussagekräftigen Bezeichnung und der Seite, auf der die Abbildung steht. Das Verzeichnis ersetzt weder die Abbildung selbst noch ihre Erklärung im Text.
Stell dir eine Arbeit über die Nutzung einer Hochschulbibliothek vor: Eine Grafik zeigt den Ablauf der Befragung, eine zweite die Verteilung der Antworten. Titel wie „Ablauf der Befragung“ und „Besuchshäufigkeit der befragten Studierenden“ helfen bei der Orientierung. „Grafik 1“ oder „Ergebnis“ sagen dagegen wenig über den Inhalt aus.
Ob du ein separates Verzeichnis brauchst und an welcher Stelle es steht, richtet sich nach deinem Fachbereich. Leite aus einer pauschalen Zahl wie „ab drei Abbildungen“ keine verbindliche Regel ab. Kläre auch, ob Abbildungen im Anhang gemeinsam oder gesondert aufgeführt werden sollen.
1. Abbildungen mit Word beschriften
Die folgenden Menüwege orientieren sich an der deutschsprachigen Word-Desktopversion für Windows. Je nach Version heißt die Registerkarte „Referenzen“ oder „Verweise“. Auf dem Mac und im Browser können Bedienung und Funktionsumfang abweichen; verwende bei fehlenden Befehlen die passende Desktopversion.
Markiere die Grafik und öffne „Beschriftung einfügen“. Wähle die Bezeichnung „Abbildung“ und ergänze hinter der erzeugten Nummer einen kurzen Titel. Word verwaltet die Nummer als Feld. Tippe sie deshalb nicht selbst ein. Wiederhole das für alle Grafiken mit derselben Bezeichnung.
Passe das Erscheinungsbild über die Formatvorlage „Beschriftung“ an. So bleiben Schrift und Abstände einheitlich. Kontrolliere nach dem Verschieben einer Grafik, ob ihre Beschriftung noch unmittelbar bei ihr steht.
2. Das automatische Abbildungsverzeichnis einfügen
Setze den Cursor an die vorgesehene Stelle und wähle unter „Referenzen“ beziehungsweise „Verweise“ den Befehl „Abbildungsverzeichnis einfügen“. Wähle im Dialog die zu deinen Beschriftungen passende Bezeichnung. Prüfe die Vorschau und bestätige das Einfügen.
Das folgende selbst erstellte Beispiel zeigt das Prinzip. Die Zahlen sind nur Beispielseiten und keine Vorgabe für deine Arbeit: „Abbildung 1: Ablauf der Befragung … 18“ und „Abbildung 2: Besuchshäufigkeit der befragten Studierenden … 26“. In deinem Dokument soll Word diese Angaben aus den tatsächlichen Beschriftungen erzeugen.
Ändere einen unklaren Titel an der Abbildung selbst. Eine Korrektur nur im erzeugten Verzeichnis kann beim nächsten Aktualisieren verloren gehen. Behandle die Beschriftung als Ausgangspunkt und das Verzeichnis als daraus abgeleitete Übersicht.
3. Im Text mit Querverweisen auf Abbildungen verweisen
Erkläre im Fließtext, weshalb eine Abbildung für deine Argumentation relevant ist. Statt nur „siehe unten“ zu schreiben, kannst du beispielsweise formulieren: „Abbildung 2 zeigt, wie häufig die befragten Studierenden die Bibliothek besuchen.“ Dieser Beispielsatz beschreibt eine fiktive Grafik; er behauptet kein Forschungsergebnis.
Für die Abbildungsnummer verwendest du einen Querverweis: Öffne den Befehl „Querverweis“, wähle als Verweistyp die Abbildung und anschließend die gewünschte Beschriftung. Entscheide, ob etwa Bezeichnung und Nummer oder eine Seitenzahl eingefügt werden sollen. Die Zielbeschriftung muss bereits existieren.
Ein solcher Verweis ist ebenfalls ein Feld. Prüfe ihn nach dem Umordnen oder Löschen von Abbildungen erneut. Ein technisch korrekter Verweis reicht allein nicht aus: Auch der Satz muss weiterhin zur Grafik passen.
4. Beschriftungen und Verzeichnis aktualisieren
Nach dem Löschen oder Verschieben einer Beschriftung markierst du in Word für Windows den Dokumenttext mit Strg+A und wählst per Rechtsklick „Felder aktualisieren“. Prüfe die Abbildungsnummern anschließend an den Grafiken.
Markiere danach das Abbildungsverzeichnis und aktualisiere das gesamte Verzeichnis. Nur die Seitenzahlen zu erneuern genügt nicht, wenn sich Titel oder Einträge geändert haben. Kontrolliere das Ergebnis vor dem PDF-Export.
Fehlende Einträge und falsche Seitenzahlen eingrenzen
Arbeite bei Problemen vom einzelnen Bild zum Verzeichnis. Wähle zuerst eine betroffene Grafik aus und kontrolliere ihre Beschriftung. Prüfe anschließend die Verzeichniseinstellungen und aktualisiere erst danach. So vermeidest du, einen Fehler durch manuelle Korrekturen nur zu verdecken.
- Eine Grafik fehlt: Prüfe, ob ihre Beschriftung mit der Word-Funktion oder lediglich als normaler Text angelegt wurde.
- Nur einzelne Abbildungen erscheinen: Vergleiche die verwendeten Bezeichnungen und die Auswahl im Verzeichnisdialog.
- Ein alter Titel bleibt sichtbar: Kontrolliere den Titel an der Grafik und erneuere das gesamte Verzeichnis.
- Die Nummern passen nach dem Löschen nicht mehr: Aktualisiere die Beschriftungsfelder und prüfe danach Verzeichnis und Textverweise.
- In der PDF stimmt ein Eintrag nicht: Vergleiche die gedruckte Seitenzahl auf der Zielseite mit dem Verzeichniseintrag. Die Seitenposition im PDF-Viewer kann wegen unnummerierter Vorsatzseiten davon abweichen.
Hochschulvorgaben und Quellenangaben getrennt prüfen
Die Word-Funktion entscheidet nicht, welche Regeln für deine Bachelorarbeit gelten. Ein konkretes Beispiel liefert die Professur Verbraucherforschung, Kommunikation und Ernährungssoziologie der JLU Gießen: Ihr Leitfaden führt Abbildungs-, Tabellen- und Anlagenverzeichnis getrennt auf und verlangt jeweils fortlaufende arabische Nummern. Für Verzeichnisse nennt er römische Seitenzahlen. Das sind Vorgaben dieser Professur, keine allgemeine Norm für alle Hochschulen.
Halte vor dem Formatieren fest, was dein eigener Leitfaden zu Reihenfolge, Nummerierung, Quellenbelegen und Anhang verlangt. Nutzt du eine bereitgestellte Word-Vorlage, kontrolliere zuerst deren vorgesehene Beschriftungen, statt parallel ein zweites System aufzubauen.
Ein automatisch erzeugter Eintrag dokumentiert nicht von selbst die Herkunft einer Grafik. Überprüfe die Quellenangaben deshalb als eigenen Arbeitsschritt anhand deines Zitierstils und Hochschulleitfadens. Auch eine selbst gezeichnete Grafik kann auf fremden Daten oder einem übernommenen Modell beruhen.
Abbildungsverzeichnis in der fertigen PDF kontrollieren
Öffne nach dem Export die tatsächliche Abgabedatei. Gehe die Verzeichniseinträge durch und suche jeweils die zugehörige Grafik. Vergleiche Titel, Nummer und sichtbare Seitenzahl. Achte außerdem darauf, dass Beschriftungen nicht allein auf der nächsten Seite stehen.
Prüfe besonders die zuletzt verschobenen Grafiken. Wenn du einen Fehler findest, korrigiere die Word-Datei, aktualisiere ihre Felder und exportiere erneut. Verwende für Upload und Druck anschließend genau diese kontrollierte Fassung.
Vor Druck und Bindung
- Alle Verzeichniseinträge passen zu den Abbildungen in der PDF.
- Grafiken und Beschriftungen sind lesbar und sinnvoll zusammen platziert.
- Textverweise zeigen auf die richtigen Abbildungsnummern.
- Die ausgewählte Druckdatei ist die zuletzt geprüfte Fassung.
Checkliste
- Die Anforderungen meines Fachbereichs an Verzeichnisse und Anhang sind geklärt.
- Jede relevante Grafik hat eine automatische Beschriftung mit verständlichem Titel.
- Die Bezeichnungen sind einheitlich und im Verzeichnis richtig ausgewählt.
- Querverweise führen zur beabsichtigten Abbildung und passen inhaltlich zum Text.
- Die Herkunft übernommener Inhalte ist nach den geltenden Zitierregeln belegt.
- Beschriftungen und gesamtes Verzeichnis wurden vor dem Export aktualisiert.
- Einträge und Zielseiten wurden in der finalen PDF verglichen.
Typische Fehler
- Bildnummern, Füllpunkte und Seitenzahlen von Hand pflegen.
- Korrekturen nur in die erzeugte Übersicht schreiben.
- Bei geänderten Beschriftungen lediglich die Seitenzahlen aktualisieren.
- Eine Hochschulvorgabe aus dem Internet ungeprüft auf den eigenen Studiengang übertragen.
- Die PDF exportieren, ohne Abbildungen, Beschriftungen und Verweise noch einmal zusammen zu lesen.
Die geprüfte Bachelorarbeit drucken und binden
Wenn Abbildungen, Verzeichnisse und Seitenzahlen in deiner finalen PDF stimmen, kannst du die passende Druck- und Bindungsoption für deine Abgabe auswählen.
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Häufige Fragen
Brauche ich bei wenigen Abbildungen ein Abbildungsverzeichnis?
Prüfe den Leitfaden deines Fachbereichs. Eine pauschale Mindestzahl ist keine verlässliche Vorgabe für deinen Studiengang. Wenn der Leitfaden die Frage offenlässt, kläre sie mit der Betreuung.
Warum übernimmt Word meine Abbildung nicht?
Kontrolliere zunächst, ob du eine automatische Beschriftung eingefügt hast. Vergleiche dann deren Bezeichnung mit der Auswahl im Verzeichnisdialog und aktualisiere das gesamte Verzeichnis.
Ersetzt das Abbildungsverzeichnis die Quellenangabe?
Nein. Ein automatisch erzeugter Eintrag stellt noch keinen vollständigen Herkunftsnachweis dar. Prüfe zusätzlich die Belege nach deinem Zitierstil und den Vorgaben deiner Hochschule.
Warum stimmt die PDF-Seitenposition nicht mit dem Eintrag überein?
Der PDF-Viewer zählt möglicherweise auch Deckblatt und andere Vorsatzseiten mit. Vergleiche den Eintrag mit der sichtbaren Seitenzahl im Dokument. Zeigt der Eintrag tatsächlich auf eine falsche Seite, aktualisiere das Word-Verzeichnis und exportiere die PDF erneut.
