Kurz zusammengefasst
- Identifiziere relevante Software mit Name und verwendeter Version.
- Prüfe die Zitierempfehlung des Projekts oder Herstellers.
- Erkläre zusätzlich, welche Analysen und Einstellungen du eingesetzt hast.
Welche Software gehört in die Methodik?
Software gehört dann in deine Methodenbeschreibung, wenn sie einen relevanten Teil der Verarbeitung, Analyse oder Erzeugung deiner Ergebnisse bestimmt. Das kann ein Statistikprogramm, ein Paket, ein Kodierwerkzeug oder ein Simulationssystem sein. Eine vollständige Liste jedes auf deinem Computer installierten Programms hilft dagegen wenig.
Frage bei jedem Werkzeug: Welche Entscheidung oder Berechnung hängt davon ab? Könnte eine andere Version oder Einstellung das Ergebnis verändern? So erkennst du, welche Angaben Leser für das Verständnis und eine mögliche Wiederholung deiner Arbeit brauchen.
Empfohlene Zitation und Version erfassen
Suche auf der offiziellen Projektseite, in der Dokumentation oder in einer mitgelieferten Zitierdatei nach der empfohlenen Referenz. Diese kann sich auf die Software selbst, eine konkrete Veröffentlichung oder einen zugehörigen Methodenartikel beziehen. Übernimm nur Angaben, die zu deiner tatsächlich genutzten Version passen.
Das Software Sustainability Institute unterscheidet zwischen der Beschreibung eingesetzter Software und ihrer bibliografischen Zitation. Ein Artikel über ein Programm identifiziert nicht automatisch die ausführbare Version. Halte deshalb Versionsnummer und relevante Erweiterungen gesondert fest.
Eigenes Beispiel für eine Methodenbeschreibung
Eigenes Formulierungsschema: „Die Auswertung erfolgte mit [Programm und Version]. Für [Analyseschritt] wurde [Paket und Version] verwendet. Die Modelle wurden mit [relevante Einstellung] berechnet.“ Ergänze die realen Angaben und den passenden Quellenbeleg. Das Schema ist keine Empfehlung für ein bestimmtes Programm.
Beschreibe anschließend die statistische oder qualitative Methode. „Mit Software X ausgewertet“ erklärt weder Modellannahmen noch Kategoriensystem, Ausschlussregeln oder Parameter. Das Programm führt Arbeitsschritte aus; die wissenschaftliche Begründung dieser Schritte bleibt deine Aufgabe.
Bei Zufallsverfahren kann auch die dokumentierte Startinitialisierung wichtig sein. Notiere sie, wenn sie für die Reproduktion deiner konkreten Analyse relevant ist. Behaupte trotzdem keine vollständige Reproduzierbarkeit, wenn Daten, Abhängigkeiten oder Verarbeitungsschritte fehlen.
Die Analyseumgebung vor Abschluss sichern
Erfasse Versionsangaben während der Auswertung, nicht erst nach einem automatischen Update. Bewahre Skripte, Einstellungen und ein lesbares Protokoll gemeinsam auf. Ein Screenshot kann ergänzen, ersetzt aber kein verständliches Verfahren und keine weiterverwendbaren Einstellungen.
Prüfe beim Korrekturlesen, ob Softwarebelege und Methodentext zusammenpassen. Wenn mehrere Werkzeuge nacheinander verwendet wurden, erkläre die Übergaben: etwa Bereinigung, Analyse und Visualisierung. So wird sichtbar, wo Ergebnisse entstehen und wo sie lediglich dargestellt werden.
Einordnung für die finale Abgabe
Viele formale Themen wirken zunächst wie reine Schreibarbeit. Für die gedruckte Abgabe sind sie aber genauso wichtig: Was im Dokument fehlt, falsch platziert ist oder uneinheitlich formatiert wurde, erscheint später auch in der gebundenen Fassung.
Nutze den Beitrag deshalb nicht isoliert, sondern prüfe ihn zusammen mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, Quellenangaben und Anhang. Erst wenn die Datei vollständig ist, sollte sie als finale PDF für Druck und Bindung vorbereitet werden.
Praktische Kontrolle vor dem PDF-Export
- Stimmen Überschriften, Kapitelstruktur und Seitenzahlen?
- Sind Quellen, Abbildungen und Tabellen vollständig eingebunden?
- Sind Pflichtbestandteile wie Erklärung, Anhang oder Deckblatt enthalten, falls gefordert?
- Wurde die finale PDF-Datei nach dem Export noch einmal geöffnet und geprüft?
Checkliste
- Ergebnisrelevante Werkzeuge sind benannt.
- Tatsächlich verwendete Versionen sind festgehalten.
- Offizielle Zitierempfehlungen wurden geprüft.
- Analyseverfahren und Einstellungen sind erklärt.
- Skripte und Verarbeitungsfolge sind nachvollziehbar gesichert.
Typische Fehler
- Nur einen Produktnamen ohne Methode nennen.
- Die aktuell angebotene statt der verwendeten Version angeben.
- Einen Methodenartikel als vollständige Beschreibung der Analyseumgebung behandeln.
Deine fertige Arbeit drucken und binden
Wenn Inhalt und finale PDF geprüft sind, kannst du die Druckausführung passend zu deinen Abgabevorgaben konfigurieren.
Druck und Bindung konfigurierenWeiterführende Inhalte
Vertiefe passende Themen zu Aufbau, Quellenarbeit, Formatierung und Abgabe deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Häufige Fragen
Muss ich mein Textverarbeitungsprogramm zitieren?
Für reine Texterstellung ist es meist kein methodisch relevanter Bestandteil. Wenn eine Softwarefunktion deine Daten verarbeitet oder Ergebnisse erzeugt, kann eine Beschreibung erforderlich sein. Beachte außerdem die Vorgaben deines Fachs.
Muss jedes Paket einen eigenen Beleg bekommen?
Prüfe die Projektangaben und deinen Zitierstil. Dokumentiere besonders Pakete, die zentrale Analyseschritte implementieren. Eine wahllose Liste aller technischen Abhängigkeiten ist für Leser oft weniger hilfreich als ein gezielter Nachweis.
Was mache ich ohne empfohlene Zitation?
Erfasse die verfügbaren Angaben zur verantwortlichen Stelle, Software, Version und offiziellen Fundstelle. Gestalte den Beleg nach deinem Zitierstil, ohne fehlende Autorennamen oder Veröffentlichungsdaten zu erfinden.
