Kurz zusammengefasst
- Zitiere den tatsächlich verwendeten Datensatz und seine Version.
- Ein begleitender Artikel ersetzt den Datensatzbeleg nicht automatisch.
- Beschreibe Auswahl und Bearbeitung zusätzlich in der Methodik.
Datensatz und Forschungsartikel unterscheiden
Ein Datensatz ist ein eigenständiges Forschungsprodukt. Er kann zu einem Artikel gehören, in einem Repositorium liegen oder laufend aktualisiert werden. Wenn du daraus eigene Auswertungen erstellst, müssen Leser nachvollziehen können, welche Daten deine Ergebnisse tragen.
Ein Methodenartikel erklärt möglicherweise die Erhebung, identifiziert aber nicht zwingend die heruntergeladene Datei. Prüfe deshalb, ob du sowohl den Datensatz als auch eine begleitende Publikation zitieren solltest. Beide Nachweise erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Die Angaben am Originaldatensatz erfassen
Öffne die Landingpage des Repositoriums und suche nach einer empfohlenen Zitierweise. Erfasse die verantwortlichen Personen oder Organisationen, Veröffentlichungsjahr, Titel, Version, bereitstellendes Repositorium und dauerhafte Kennung. Die genaue Reihenfolge und Zeichensetzung richtet sich nach deinem Zitierstil.
Eigenes Schema, keine reale Quellenangabe: „Verantwortliche Stelle (Jahr). Titel des Datensatzes (Version) [Datensatz]. Repositorium. DOI.“ Ersetze jeden Bestandteil mit den Angaben der tatsächlich genutzten Ressource. Erfinde keine Versionsnummer, wenn die Plattform keine ausweist.
Version und Ausschnitt eindeutig machen
Prüfe, ob eine Kennung auf eine konkrete Version oder auf eine Sammlung verschiedener Versionen verweist. DataCite beschreibt, wie Versionsangaben und Beziehungen zwischen Ressourcen dokumentiert werden können. Für deine Arbeit ist entscheidend, dass der verwendete Stand auffindbar bleibt.
Notiere bei veränderlichen Angeboten zusätzlich den Abrufzeitpunkt und sichere zulässigerweise deine verwendete Arbeitsgrundlage. Bei einer Datenbankabfrage dokumentierst du auch Filter, Zeitraum, Variablen und Exportverfahren. Eine Startseitenadresse allein erklärt nicht, welche Zeilen in deiner Analyse gelandet sind.
Eigene Bearbeitung im Methodenteil beschreiben
Trenne die ursprüngliche Datenquelle von deinem daraus erzeugten Analysedatensatz. Beschreibe Ausschlüsse, Zusammenführungen, Umkodierungen und berechnete Variablen. Wenn du nur eine Region oder einen Erhebungszeitraum nutzt, gehört diese Eingrenzung in die Methodik und nicht versteckt in einen Dateinamen.
Eigenes Beispiel: Du lädst eine mehrjährige Befragung herunter, wertest aber nur eine Erhebungswelle und volljährige Teilnehmende aus. Der Beleg nennt die Originaldaten; deine Methodik erklärt die gewählte Welle, die Altersregel und den daraus resultierenden Umfang.
Kontrolliere zuletzt, ob Tabellen und Abbildungen auf dieselbe Datenversion verweisen. Ein nachträglicher Download kann aktualisierte Werte enthalten. Mische solche Stände nicht unbemerkt innerhalb derselben Auswertung.
Einordnung für die finale Abgabe
Viele formale Themen wirken zunächst wie reine Schreibarbeit. Für die gedruckte Abgabe sind sie aber genauso wichtig: Was im Dokument fehlt, falsch platziert ist oder uneinheitlich formatiert wurde, erscheint später auch in der gebundenen Fassung.
Nutze den Beitrag deshalb nicht isoliert, sondern prüfe ihn zusammen mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen, Quellenangaben und Anhang. Erst wenn die Datei vollständig ist, sollte sie als finale PDF für Druck und Bindung vorbereitet werden.
Praktische Kontrolle vor dem PDF-Export
- Stimmen Überschriften, Kapitelstruktur und Seitenzahlen?
- Sind Quellen, Abbildungen und Tabellen vollständig eingebunden?
- Sind Pflichtbestandteile wie Erklärung, Anhang oder Deckblatt enthalten, falls gefordert?
- Wurde die finale PDF-Datei nach dem Export noch einmal geöffnet und geprüft?
Checkliste
- Originaldatensatz und Begleitpublikation sind unterschieden.
- Empfohlene Zitation wurde geprüft.
- Verwendete Version ist erkennbar.
- Abfrage und Teilauswahl sind dokumentiert.
- Transformationen und Datenstand passen zu allen Ergebnissen.
Typische Fehler
- Nur die Startseite eines Datenportals nennen.
- Eine neuere Version zitieren als tatsächlich analysiert.
- Eigene Filter und Umkodierungen nicht beschreiben.
Deine fertige Arbeit drucken und binden
Wenn Inhalt und finale PDF geprüft sind, kannst du die Druckausführung passend zu deinen Abgabevorgaben konfigurieren.
Druck und Bindung konfigurierenWeiterführende Inhalte
Vertiefe passende Themen zu Aufbau, Quellenarbeit, Formatierung und Abgabe deiner wissenschaftlichen Arbeit.
Häufige Fragen
Was mache ich ohne DOI?
Nutze eine andere dauerhafte Kennung oder die bestmögliche stabile Fundstelle nach deinem Zitierstil. Fehlende DOI-Angaben sind kein Grund, Titel, Verantwortliche oder Datenstand wegzulassen.
Muss ich selbst erhobene Daten zitieren?
Beschreibe ihre Herkunft und Erhebung in der Methodik. Wenn du sie als eigenständigen Datensatz veröffentlicht hast, kann zusätzlich eine Datensatzzitation passend sein. Nicht veröffentlichte sensible Rohdaten musst du dafür nicht öffentlich machen.
Reicht das Abrufdatum für die Version?
Nicht immer. Ein Abrufdatum beschreibt deinen Zugriff, identifiziert aber nicht zwangsläufig einen reproduzierbaren Datenstand. Verwende vorhandene Versionskennungen und dokumentiere relevante Export- oder Auswahlparameter.
